Montag, 27. Juni 2011

APC auf dem Vormarsch

Im APC beginnen sich neue Initiativen zu entwickeln:
Andreas, ein 16 jähriger Schüler hat begonnen, APC Kinder im Schach zu unterrichten. So sagte ein Junge heute, den ich zum ersten mal im APC sah, dass er ins APC Schach lernen gehe; ein Lehrer hätte in der Schule dafür geworben.

Eine Stunde vor Sonnenuntergang füllte sich plötzlich eine Hütte mit lauter Buben. Ausser der Musik ist kaum etwas zu hören. Es scheint, dass sich diese Strassentänze, genannt Kwaito, im APC zu etablieren beginnen.






Und auch hier etwas Neues: Jeannette reinigt hier 15 Maulorgeln. Auf meine Frage hin, was sie mit diesen Maulorgeln im Sinne habe, sagte sie mir mit voller Ueberzeugung, dass sie von nun an dieses Instrument unterrichten möchte; denn sie hätte bereits 15 interessierte Kinder gefunden.

Das Schöne ist, dass die Einheimischen beginnen, Initiativen zu entwickeln.

Freitag, 24. Juni 2011

In die Kälte entlassen

Die Sonne ist schon längst untergegangen, und die Kälte sinkt bereits auf 5°. Trotzdem hängen noch einige Jugendliche vor dem Ausgang des APC und wollen einfach nicht heimgehen. Meine Aufforderungen finden kein Gehör.
Ich schleiche mich weg, so ganz heimlich drücke ich mich dem Strassenhag entlang. Auch das nützt nichts;
denn die schleichen mir ebenso nach und betteln vor meiner Haustür um einen heissen Kaffee.
Gut, dann halt! Und wie die den Kaffee geniessen: Die Tasse wird bis zur Hälfte mit Zucker gefüllt; dann wird palavert, jeder will lauter sein als der andere. Für einige ist dieser Zuckerkaffee die letzte Mahlzeit.

Montag, 4. April 2011

Zu viel Wasser

Eine Halbwüste, wie man Namibia bezeichnet, leidet unter zu viel Regen, zu viele Ueberschwemmungen im Norden, wo die Hälfte der namibianischen Bevölkerung lebt. Schulen , Kliniken und Läden mussten geschlossen werden.

Mittwoch, 30. März 2011

Woher kommen sie alle, die vielen unbekannten Schüler?

Eigentlich wollte ich heute ausruhen und nur mein Durcheinander auf dem Pult etwas ordnen. Doch keine 5 Minuten vergingen, ohne dass die Glocke mich rausrief. So entschloss ich, doch ins APC zu gehen. Und dort dasselbe: 2 Männer wollen Steine verkaufen, Frauen trugen grosse Tonkrüge auf dem Kopf und wollten sie dem APC verkaufen, 3 ganz verlotterte Jungen kamen mit schönen Wurzeln und wollten sie dem Zeichnungslehrer verkaufen, eine kugelrunde Donna rollte herein und wollte Geld , da sie kein Essen mehr habe, der Jugendofficer torkelte dem Haag entlang und bat um etwas Geld für ein Bier..und so wäre es sicher den ganzen Morgen weitergegangen, hätte die Sekretärin nicht einen Jungen am Eingang mit einem Plakat engagiert, worauf zu lesen war: APC ist bankrott, wir müssen es verkaufen. Da endlich kehrte etwas Ruhe ein. Der Norden Namibias ist so überflutet, dass viele Menschen in die Städte runterkommen und bei Verwandten Unterschlupf suchen, auch wenn es nur eine kleine Ecke in einer Blechhütte ist. Doch beim Schlefen bleibt es ja nicht; denn diese "Wasserflüchtlinge" müssen auch essen, und da reicht bei vielen das Geld nicht mehr. Kinder kommen zu mir und bitten um Aufnahme; denn ihr Bett sei schon zu voll von Verwandten besetzt...Das Sprichwort : "In Afrika we share!" wird nun überstrapaziert.

Dienstag, 29. März 2011

Ueberraschung

Als ich heute um 18°° das APC schliessen wollte, hörte ich aus dem Tanzraum helle Musik mit starkem Rhythmus. Da waren etwa 20 Kinder versammelt, geleitet vom 13 jährigen Ronaldo, kunstvoll dirigiert, als hätte er irgendwo einen Dirigentenkurs besucht. Zum Glück hatte ich den Fotoapparat in der Tasche. Draussen regnete es in Fetzen, und da die meisten dieser Kinder keine Ersatzkleider haben, blieben sie am besten im APC, bis der Regen wieder zu Ende sein wird. Geigen Celli Flöten Guitarren und Trommeln! Was sie da spielten, war nichts anderes als die Lieder aus dem Flötenbuch von Claire Schmid. Die kinder suchten sich der Reihe nach jene Lieder aus, die ihnen am besten gefielen. Der Regen liess dann plötzlich wieder nach, so wie er auch plötzlich nierdergedonnert kam. Und anstatt sofort heimzugehen, bettelten sie nach Brot. "Zuhause" wird bei jenen ohne gedeckte Küche ohnehin nicht gekocht; denn Feuer und Ueberflutung gehen nicht zusammen. Anschliessend schlenderten sie fröhlich, manche singend und pfeifend heimwärts.
Da soll wieder ein komischer Tourist sagen: Was sollen die Kinder da mit Geigen, wöhrend dem sie nicht einmal richtige Kleider und ungenügend zu essen haben; der hat vermutlich noch nie Musik erfahren ....
Auf alle Fälle waren diese Kinder, die sich so zu einem APC Orchester, wie sie es nennen, zusammentaten, fröhlich.