Mittwoch, 30. März 2011

Woher kommen sie alle, die vielen unbekannten Schüler?

Eigentlich wollte ich heute ausruhen und nur mein Durcheinander auf dem Pult etwas ordnen. Doch keine 5 Minuten vergingen, ohne dass die Glocke mich rausrief. So entschloss ich, doch ins APC zu gehen. Und dort dasselbe: 2 Männer wollen Steine verkaufen, Frauen trugen grosse Tonkrüge auf dem Kopf und wollten sie dem APC verkaufen, 3 ganz verlotterte Jungen kamen mit schönen Wurzeln und wollten sie dem Zeichnungslehrer verkaufen, eine kugelrunde Donna rollte herein und wollte Geld , da sie kein Essen mehr habe, der Jugendofficer torkelte dem Haag entlang und bat um etwas Geld für ein Bier..und so wäre es sicher den ganzen Morgen weitergegangen, hätte die Sekretärin nicht einen Jungen am Eingang mit einem Plakat engagiert, worauf zu lesen war: APC ist bankrott, wir müssen es verkaufen. Da endlich kehrte etwas Ruhe ein. Der Norden Namibias ist so überflutet, dass viele Menschen in die Städte runterkommen und bei Verwandten Unterschlupf suchen, auch wenn es nur eine kleine Ecke in einer Blechhütte ist. Doch beim Schlefen bleibt es ja nicht; denn diese "Wasserflüchtlinge" müssen auch essen, und da reicht bei vielen das Geld nicht mehr. Kinder kommen zu mir und bitten um Aufnahme; denn ihr Bett sei schon zu voll von Verwandten besetzt...Das Sprichwort : "In Afrika we share!" wird nun überstrapaziert.

Dienstag, 29. März 2011

Ueberraschung

Als ich heute um 18°° das APC schliessen wollte, hörte ich aus dem Tanzraum helle Musik mit starkem Rhythmus. Da waren etwa 20 Kinder versammelt, geleitet vom 13 jährigen Ronaldo, kunstvoll dirigiert, als hätte er irgendwo einen Dirigentenkurs besucht. Zum Glück hatte ich den Fotoapparat in der Tasche. Draussen regnete es in Fetzen, und da die meisten dieser Kinder keine Ersatzkleider haben, blieben sie am besten im APC, bis der Regen wieder zu Ende sein wird. Geigen Celli Flöten Guitarren und Trommeln! Was sie da spielten, war nichts anderes als die Lieder aus dem Flötenbuch von Claire Schmid. Die kinder suchten sich der Reihe nach jene Lieder aus, die ihnen am besten gefielen. Der Regen liess dann plötzlich wieder nach, so wie er auch plötzlich nierdergedonnert kam. Und anstatt sofort heimzugehen, bettelten sie nach Brot. "Zuhause" wird bei jenen ohne gedeckte Küche ohnehin nicht gekocht; denn Feuer und Ueberflutung gehen nicht zusammen. Anschliessend schlenderten sie fröhlich, manche singend und pfeifend heimwärts.
Da soll wieder ein komischer Tourist sagen: Was sollen die Kinder da mit Geigen, wöhrend dem sie nicht einmal richtige Kleider und ungenügend zu essen haben; der hat vermutlich noch nie Musik erfahren ....
Auf alle Fälle waren diese Kinder, die sich so zu einem APC Orchester, wie sie es nennen, zusammentaten, fröhlich.